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Ein tschechischer Tag in Breslau

Marketa Bosakova
Marketa Bosakova


Zwanzig Minuten unterwegs und noch immer nichts. Auf der rechten Seite gibt es ein einfaches Geschaft mit Gemuse, auf der linken Seite gibt es einen verlassenen Park. Nach dem Stadtplan sollten wir durch die letzte dunkle Gasse gehen, aber dort ist nichts zu sehen. Nach dem langen Suchen betrachten wir die Aufschrift “Polisch-Tschechisches Zentrum”. Gleich danach sehen wir die zweite Aufschriften “Zu Verkaufen”. Ist dieses zerfallene Haus die einzige Sache, welche Tschechien und Polen verbindet? Auf dem Ruckweg ins Zentrum von Wroclaw, der 4. grossten Stadt Polens, bemerken wir auf der Strassenbahn eine grosse Aufstrift “Skoda”. Das ermuntert uns in unseren ursprunglichen Plan und unser tsechischer Tag konnte fortfahren. Wie richtige tschechischen Touristinnen sprechen wir nur auf Tschechisch. Die Polen verstanden uns ganz leicht, deshalb war es nicht so schwierig, nach dem Weg zum Supermarket zu fragen. Jetzt kommt der Moment der Wahrheit. Ist es moglich, in einem polnischen Supermarket auch tschechische Lebensmitteln zu finden? Vor Hunger stirbt man bestimmt nicht, wir konnen sogar typische tschechische Bobons geniessen, wie z. B. Jojo oder Bonpari. Und diejenigen, denen es schon erlaubt ist, durfen auch das anerkannte tschechische Bier probieren. Es gibt hier sogar drei verschiedene Verpackungen.

Nachdem wir gut tschechisch assen und tranken, suchen wir einen Platz, wo man sich auch tschechisch anziehen kann. H&M ist zwar nicht tschechischen Ursprungs und man kann auch nicht in tschechischen Kronen bezahlen, aber zumindest auf den Preiszetteln stehen fur eine bessere Orientierung tschechische Preise.

Nach dem Einkaufen gehen wir weiter und finden endlich die gewunschten touristischen Informationen. Es ist nicht notwendig, sich langer umzusehen, die tschechische Flagge unter anderen Souvenieren fallt uns sofort auf. Der Grund, warum sie zweimal so gross ist im Vergleich zu den anderen, interessiert uns nicht, wir gehen nur mit einem stolzen Gefuhl auf die Strasse fort. “...Jozin z bagien...” schnappten wir das bekannte tschechische Lied von Ivan Mladek aus einem riesigen Buchladen auf, in dessen Angebot auch der kleine, niedliche, schwarze Maulwurf (Krtecek) oder Die Abenteuer von Svejk nicht fehlen.

Gut zu wissen, dass die polnisch-tschechische Kommunikation nicht in so einer schlechten Lage ist, im Gegensatz zu dem Gebaude des Polnisch-tschechischen Zentrums. Es ist schon fast sieben Uhr und unser Ausflug geht langsam zum Ende. Wir fahren nach Tschechien zuruck und freuen uns schon, wie wir nachstes mal bei uns wohl einen polnischen Tag machen.