Deutsch
Beckum und Grodków – Eine Städtepartnerschaft

- Axel Buitmann
Ist eine deutsche Städtepartnerschaft mit unseren polnischen Nachbarn überhaupt möglich ?
Ja, das ist es, und eine von vielen Partnerschaften mit osteuropäischen Städten hat die deutsche Stadt Beckum in Nordrhein-Westfalen. Sie unterhält eine Partnerschaft mit der polnischen Stadt Grodków (dt. Grottkau).
Diese Beziehung, die einen Teil von deutsch-polnischer Zusammenarbeit widerspiegelt, entstand folgendermaßen:
Am Ende des Zweiten Weltkrieges kam es durch die russische Armee zur Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus den östlichen, heute polnischen Gebieten. Ferner wurde aber auch die polnische Bevölkerung aus ihren östlichen, heute ukrainischen Regionen vertrieben. Viele dieser Flüchtlinge aus und um Grodków sind nach Beckum umgesiedelt und lebten und arbeiteten hier. Da es sich um eine große Anzahl von Vertriebenen handelte, wurde in der nachfolgenden Zeit die “Bundesvereinigung der Grottkauer“ gegründet, sie besteht noch heute und vermittelt u.a. zwischen den beiden Städten.
In den 1950er Jahren übernahm die Stadt Beckum bzw. der damalige Kreis Beckum, heute Kreis Warendorf, eine Patenschaft, noch keine Partnerschaft, für die Stadt Grodków.
Zur Zeit des Kalten Krieges und der Abriegelung Osteuropas war der Kontakt nach Grodków und zu den dort verbliebenen Grottkauern erwünscht, dieser gestaltete sich jedoch zu schwierig. Dennoch blieb die Hoffnung und der Glaube an eine Öffnung des Ostens bestehen.
Nach dem Ende des Kalten Krieges in den 1990er Jahren konnte nun der Kontakt nach Grodków wiederhergestellt werden. Infolgedessen wurde 1997 eine Städtepartnerschaft zwischen Beckum und Grodków gegründet. Die Beckumer freundeten sich nun mit der polnischen Bevölkerung, dem noch zehn Jahre zuvor angesehen „Feind“, an.
Grund dafür war das gemeinsame Schicksal der Bewohner, die durch die russische Vertreibung mit einander verbunden waren. Diese Partnerschaft dient als ein Zeichen für die Bemühungen, gemeinsam Geschichte aufzuarbeiten und durch Zusammenarbeit für ein gegenseitiges, besseres Verständnis zu sorgen.
Von nun an kam es immer wieder zum beiderseitigen Kulturaustausch. Zum Beispiel im musikalischen Bereich, indem ein Chor aus Beckum gemeinsam mit Grottkauer Musikanten ein Konzert gab.
Des Weiteren gibt es verschiedene Schüleraustauschprogramme und Ferienlager, aber auch gemeinsame Fußballturniere. Zum berühmten ‚Beckumer Karneval’ reist in jedem Jahr eine polnische Gruppe nach Beckum und nimmt am Rosenmontagsumzug teil.
Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen zwei Städten gestalten sich im Allgemeinen jedoch schwierig, daher wird das Verhältnis größtenteils auf der kulturellen Ebene verbessert. Momentan sind noch keine größeren Projekte geplant, doch es freut die Stadt Beckum und ihre Bewohner, miterleben zu dürfen, wie die Entwicklung zwischen Polen und Deutschland weiter voranschreitet.
Auch in Zukunft sollen die Kontakte und Beziehungen bestehen bleiben, sodass der Zusammenhalt und die Zusammenarbeit der Städte noch lange existieren und ein gutes deutsch-polnisches Verständnis gewährleistet wird.
Von Axel Buitmann
English
Beckum and Grodków – A town twinning

- Axel Buitmann
Is a german town twinning with our polish neighbours even possible? Yes, indeed, and the german city Beckum in North-Rhine Westphalia sustains one of a lot town twinnings with the polish city Grodków.
This relationship reflecting parts of the german-polish cooperation developed as follows:
At the end of the Second World War the russian army banished the german civilians from the eastern regions which are polish nowadays. At the same time the polish civilians were displaced from the ukrainian regions by the Russians, too. Many of those who fled out of their homes, resettled in Beckum and began a new life. Since it was a great amount of refugees, an organisation called “Bundesvereinigung der Grottkauer“ was founded which still exists nowadays and mediates between both cities.
In the 1950's Beckum assumed a sponsorship of Grodków, not a town twinning yet.
During the Cold War and the bolting of East Europe the contact to Grodków and to the remained people was welcome, but the political situation made the contact to eastern cities very difficult. Nonetheless the hope lasted that the east was opened soon.
After the end of the Cold War in 1990 the contact to Grodków could be restored. This was followed by founding a town twinning in 1997. Now, the civilians of Beckum became friends with the polish people, the former “enemy“.
The reason for this was the two populations' shared fate which was that both were banished from their former home region by the Russians. This town twinning serves as a sign for the efforts of reconditioning mutual past and to ensure a better understanding between both cultures through common cooperation.
From now on there was repeatedly cultural exchange on both sides. To give an example: a chorus from Beckum gave a concert together with musicians from Grodków. Furthermore there are pupil exchange programs and holiday camps but also common soccer tournaments. Every year a polish group takes part in the famous 'Beckumer Karneval'.
However the economic relationship is rather difficult between both cities and therefore the relationship is mostly improved on the cultural level. At the moment no greater projects are planned, but Beckum and its residents are happy to experience how the development between Germany and Poland proceeds.
Even in the future the contacts and relationships shall last, in order that the solidarity and cooperation of both cities will exist for a long time and good german-polish understandings are guaranteed.
By Axel Buitmann











